Ingvar Kamprad (2004) an der Växjo-Universität Foto: Hasse Karlsson/wikipedia.de

Der Gründer von IKEA, Ingvar Kamprad, ist im Alter von 91 Jahren auf seinem Hof bei Liatorp im Landkreis Älmhut gestorben. Seit den 1950er-Jahren sind IKEA-Produkte weltweit ihren Weg in mehrere Millionen Haushalte eingezogen. Die Erfolgsgeschichte des schwedischen Möbelhauses führten dazu, dass Ingvar Kamprad zu einem der reichsten Männder der Welt wurde. Über Twitter und Facebook teilte IKEA mit, dass der Firmengründer Zuhause in Småland friedlich entschlafen ist. Bereits als 17-jähriger gründete der 1926 im småländischen Pjätteryd geborene Kamprad sein Unternehmen IKEA. Der Name seiner Firma war eine Abkürzung, die sich aus den Anfangsinitialen seines Namens und der Bauernhöfe zusammensetzt, auf denen er aufwuchs: Ingvar Kamprad Elmtaryd Agunnaryd.

Der Unternehmer und IKEA-Gründer war ein Mann der Gegensätze. Interviews gab er nur selten, suchte aber oft das Gespräch mit Kunden und Angstellten in allen Warenhäusern seines Unternehmens. Er war einer der reichsten Männer der Welt und beschrieb sich selbst in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen SVT aus den 1980-ern als sparsamer Mensch: „Ich bin schlecht, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen und ich habe ziemlich viele Handicaps. Ich glaube, ich habe einen niedrigen IQ-Wert, aber auf der anderen Seite war der liebe Gott nett zu mir und hat mir einen relativ gesunden Verstand gegeben, was ich mir recht oft zunutze gemacht habe“ beschrieb Ingvar Kamprad sich selbst.

Alles begann mit dem Verkauf von Stiften und Uhren, nach einigen Jahren begann das Unternehmen auch Möbel zu verkaufen. Mitte der 1950 kamen die ersten eigenen Möbelkolllektionen auf dem Markt, die für alle Einkommen erschwinglich sein sollten. Nachdem die ersten Möbel in Schweden verkauft wurden, konnte IKEA auch Erfolge im übrigen Europa, Nordamerika sowie China und Russland verzeichnen. 2015 gab es bereits 328 Warenäuser in 43 Länder, so das schwedische Fernsehen svt. Ingvar Kamprad gab die Unternehmensführung 1986 ab, hatte aber immer noch den Posten als Senior Advicer inne, um so sein Lebenwerk kontrollieren zu können.

Trotz seines Reichtums hatte Kamprad mit Problemen zu kämpfen, u.a. mit dem Thema Alkohol. „In den frühen 1960er-Jahren merkte ich, dass ich auf dem Weg zum Alkoholiker war,“ erklärte Ingvar Kamprad im Interview. „Mein Hausarzt riet mir, dreimal im Jahr für drei Wochen keinen Alkohol zu trinken, das würde meine Nieren und Leber reinigen und mich davor bewahren, Alkoholiker zu werden“, so der Unternehmer.

1994 kam heraus, dass Ingvar Kamprad in den 1940ern Mitglied der faschistischen „Nysvenska Rörelsen“ war, der „neuschweidischen Bewegung“ und mit den Nazis sympatisierte. Erst in den 1950ern beendete er sein Engagement in der Bewegung. Später erklärte er seine Bindung zum Faschismus und Nationalsozialismus als „Verirrung“ und bezeichnete diese Zeit seines Lebens als „größtes Fiasko seines Lebens“. Im Zusammenhang mit der Aufdeckung schrieb er einen erklärenden Brief an alle Mitarbeiter innerhalb des IKEA-Konzerns.

Ingvar Kamprad war seit 1963 verheiratet mit Margaretha Kamprad-Stennert, die 2011 starb. Zusammen haben sie drei Söhne, die alle im IKEA-Konzert tätig sind. Aus seiner ersten Ehe hat Kamprad eine Adoptivtochter.

1973 verließ Kamprad Schweden und zog erst nach Dänemark und später dann in die Schweiz. Im März 2014 zog er wieder zurück nach Scheweden und wohnte seitdem auf dem Bölsö-Hof in Liatorp außerhalb von Älmhult.

2011 deckten das schwedische TV-Polit-Magazin „Uppdrag Granskning“ zusammen mit der Zeitung „Smålandsposten“ auf, dass Kamprad 100 Milliarden schwedische Kronen in einer Stiftung im Steuerparadies Lichtenstein versteckte. Viele empörten sich über diese Veröffentlichung und sahen die Nachforschungen als Hexenjagd in Richtung Kamprad an, Dieser erklärte einige Zeit später, es sei falsch gewesen, in Lichtenstein eine Stiftung zu gründen und richtete im gleichen Jahr eine Stiftung im schwedischen Växjö ein, die Gelder für Forschungs- und Ausbildungsprojekte vergab.

Die Leitung des IKEA-Konzerns übernahm Kamprads jüngster Sohn Mathias, der den Posten des Vorstandsvorsitzenden innehat.

(Quelle: svt.se)

Weitere Infos unter: wikipedia.de

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